deutsch   english

Die Waldsaat-Methode

Warum Waldsaat?

Die ersten Pflanzen, die die Erde besiedelten, haben sich seinerzeit dafür entschieden, sich durch Aussaat fortzupflanzen, und das gilt bis heute für fast alle Pflanzen, die wir noch vorfinden. Seit mehr als 100 Jahren werden in unseren Wäldern neue Bäume jedoch gepflanzt. Es mag je nach den örtlichen Gegebenheiten praktische Gründe dafür geben, so vorzugehen, doch insgesamt gesehen haben alle Pflanzverfahren eine Reihe von Nachteilen, die die Vorteile von natürlicher Waldverjüngung und Waldsaat deutlich nicht erreichen können. Wir wollen dazu beitragen, dass diese sowohl äußerst effektive wie natürliche Methode wieder mehr ins Bewusstsein gerückt wird.

Nach den Stürmen "Vivian" und "Wibke" im Jahr 1990 entdeckte die Forstwirtschaft, dass viele der vom Wind geworfenen Bäume nur erstaunlich flache Wurzeln entwickelt hatten. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) begann daraufhin mit einem über 12 Jahre angelegten Großversuch, um die Wurzelentwicklung von über 5.800 gepflanzten Bäumen genau zu beobachten. Zum Vergleich wurden über 7.500 Wurzeln von 30- bis 40 Jahre alten Bäumen ausgegraben, die natürlich oder durch Saat entstanden waren. Das Ergebnis war eindeutig: Die erstaunlich flachen und deformierten Wurzeln der Windwurfbäume waren auf die Pflanzung zurückzuführen. Auch auf anderen Gebieten kann die Saat punkten, so weist eine Untersuchung des BFW (Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft; Österreich) nach, dass "Naturverjüngung und Saat allen Pflanzmethoden in vielerlei Hinsicht überlegen" sind, da sie "höheres Sprosswachstum, tiefere Bodenerschließung, geringere Ausfallsprozente und weniger Pilzschäden" zur Folge haben. Bei gesäten Eichen fällt das Sprosshöhenwachstum demnach z.B. ca. viermal höher als üblich aus.

Eichensaatwald

- Eichensaatwald -

Die Waldsaat ist eine natürliche und nachhaltige Alternative. Im Gegensatz zur relativ kleinen Anzahl gepflanzter Bäume entwickeln sich um ein vielfaches mehr Sämlinge, die von Anfang an die denkbar besten Startbedingungen haben. In einigen Jahren entwickelt sich ein wahres Dickicht aus gesunden, stabilen Bäumen, und die natürliche Auslese sorgt später dafür, dass die Besten von ihnen einen stattlichen, langlebigen und natürlichen Wald bilden.

Eichhörnchen pflanzen keine Bäume -
sie säen.